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100 Fehler im Umgang mit Menschen mit Demenz und was Sie dagegen tun können (Rezension)

100 Fehler im Umgang mit Menschen mit Demenz und was Sie dagegen tun können (König, Jutta und Claudia Zemlin )

Brigitte Kunz Verlag (Hannover) 2008. 96 Seiten, EUR 9,90, ISBN 978-3-89993-464-9

Rezension von: Sven Lind

Bei den Autorinnen handelt es sich um eine Altenpflegerin (Jutta König) und eine Psychologin (Claudia Zemlin), die den Versuch unternehmen, anhand des Aufzeigens von Pflege- und Betreuungsfehlern im Umgang mit Demenzkranken wichtige Anregungen und Orientierungen zu vermitteln. Den Bezugsrahmen ihrer Ausführungen bilden die Ansätze von Tom Kitwood und Erwin Böhm, die sie als eine „neue Pflegekultur“ bezeichnen (Seite 11).

Die Ausführungen bestehen aus den Fehlerbeschreibungen mit anschließender Erläuterung und Handlungsempfehlungen. Diese 100 recht kurz gehaltenen Kapitel sind in folgende Abschnitte untergliedert:

  • Die eigene Haltung
  • Kommunikation
  • Milieu
  • Biografisches Arbeiten
  • Körperpflege und Ernährung
  • Herausforderndes Verhalten.
Es kann konstatiert werden, dass die Autorinnen gegen jedwede Erkenntnis aus der Pflege und Betreuung Demenzkranker im mittelschweren Stadium argumentieren. An folgenden Beispielen wird dieser Sachverhalt deutlich:
  • Ablehnung des Prinzips der Stetigkeit u. a. in Gestalt einer sich wiederholenden Tagesstrukturierung: „feste Abläufe“ können die Betroffenen „entmündigen und ermüden“ (Seite 13).
  • Beruhigende Ablenkungen und Körperkontakt wie Streicheln werden als „Infantilisierung“ diskreditiert (Seite 26).
  • Die Problematik der Weglaufgefährdung wird verharmlost: Hierbei solle man die Betroffenen nicht hindern, denn dies habe „seinen Grund“ (Seite 77).
  • Es wird festgestellt, dass die ärztlichen Anordnungen der Willensentscheidung der Demenzkranken unterliegen, da sonst ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte vorliegen würde (Seite 79).
  • Eine erhöhte Aufsichtspflicht für die Demenzkranken im mittelschweren Stadium wird abgelehnt, lenkendes Anleiten und Begleiten der Betroffenen wird als „entwürdigend“ dargestellt (Seite 84).
Diese Argumentationsweisen überraschen aus vielerlei Hinsicht, denn es handelt sich bei Demenzkranken im mittelschweren Stadium um Personen, deren kognitiven Leistungen aufgrund des Abbaus der Stirnhirnareale der Großhirnrinde bereits stark eingeschränkt sind. Entscheidungs- und Einsichtsfähigkeit sind nicht mehr gegeben, sie können ihre unmittelbare Umwelt weder angemessen wahrnehmen noch erkennen, geschweige denn aufgrund u. a. von Agnosie und Apraxie situationsgerecht beeinflussen. In der Regel liegt bei den meisten Demenzkranken in diesem Stadium bereits ein Betreuungsverhältnis vor. In diesem Kontext haben dann Kategorien wie freier Wille und Autonomie keine Realbezüge mehr. Es gilt die Betroffenen in diesem Stadium durch Aufsicht, Lenkung und Beruhigung zu schützen. Es gilt somit zugleich, die körperliche und psychische Unversehrtheit zu gewährleisten. Alles andere ist unterlassene Hilfeleistung, gefährliche Pflege und Fürsorge- und Aufsichtspflichtverletzung.

Erklären lässt sich diese für die Demenzkranken geradezu lebensgefährliche Einstellung der Autorinnen mit der normativen Dogmatik des Ansatzes von Tom Kitwood, der in seinem Konstrukt eines nebulösen „Personseins“ keinen hirnpathologischen Abbauprozess zulässt. Alle wissenschaftlich belegten Erkenntnisse über diesen Abbau in Gestalt der Braak-Stadien und des Ansatzes der Retrogenese finden in der „neuen Pflegekultur“ keinerlei Resonanz. Es kann das Fazit gezogen werden, dass vorliegende Veröffentlichung für die Pflege Demenzkranker keine neuen Impulse enthält. Im Gegenteil, mit diesen Empfehlungen und Einschätzungen werden Demenzkranke aller Schutzmechanismen der Pflege und Betreuung beraubt.

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