Screening für Postnatale Depressionen in der ambulanten Versorgung

Postnatale Depressionen (PnD) sind eine der häufigsten Komplikationen bei Müttern nach der Geburt. Über 50 % der PnD werden nicht erkannt. Diese Studie untersucht, wie sich ein zweistufiges Screening Verfahren, angewendet im Rahmen einer aufsuchenden pflegerischen Grundversorgung, bewährt. Dafür haben in der Schweiz Mütter- und Väterberaterinnen das Patient Health Questionnaire-2 und die Edinburgh Postnatal Depression Scale eingesetzt. Es wurde ein deskriptives komparatives Studiendesign verwendet. 635 Frauen wurden angefragt und 34 Frauen hatten Anzeichen auf eine PnD (5.5 %). Die Wahrscheinlichkeit eine PnD zu entdecken, erhöht sich bei einer zweiten oder weiteren Beratung (RR=2.24, p=.012) und bei Frauen mit problematischen Schwangerschaften und/oder Geburten (RR=2.41, p=.040). Andere Eigenschaften haben keine signifikanten Unterschiede gezeigt. Der Einsatz von Screening Instrumenten ist abhängig von den Bedingungen der Durchführung. Weitere Untersuchungen zu ihrer Verwendung sind angesichts zunehmender Standardisierung der Pflege wichtig, um die Bedürfnisse der Pflegeempfänger nicht aus den Augen zu verlieren.
Autor/in/nen
Susanne Knüppel Lauener, Univ.-Prof. Dr. Wilfried Schnepp, Prof. Dr. Lorenz Imhof, 1 Susanne Knüppel Lauener, Universität Witten/Herdecke / Institut für Pflege, Departement Gesundheit, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, knul@zhaw.ch ,
Abstract
Postpartum Depression (PpD) is one of the major complications for women after the delivery. More than 50 % of PpD is not recognized. This study investigates the usefulness of a two-step screening process conducted by nurses at the time of routine well child care. The Patient Health Questionnaire-2 and the Edinburgh Postnatal Depression Scale have been used for this purpose in Switzerland. We use a descriptive comparative study design. A total of 635 women were recruited, with 34 women indicating a PpD (5.5 %). The probability of detecting PpD was raised at a second and subsequent visits (RR=2.24, p=.012) and by women who had a difficult pregnancy and/or delivery (RR=2.41, p=.040). Other properties showed no significant difference. The usefulness of the screening instruments depended on the conditions around its implementation. In the face of increasing standardization of care, additional research on the use of assessment tools is important to not lose sight of patient needs.
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