Pflegegeleitete Wundkliniken: Aufbau, Ablauf, Effektivität und Effizienz - Eine systematische Literaturanalyse

Die derzeitige arztgeleitete Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden wird als mangelhaft beklagt. Pflegekräfte wünschen sich mehr Verantwortung für die Wundversorgung. In der vorliegenden Arbeit soll deswegen untersucht werden, wie die pflegegeleiteten Leg ulcer clinics aufgebaut und organisiert sind und wie effektiv und effizient sie arbeiten. Die Leg ulcer clinics wurden in England Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts gegründet. Die Zentren sind auf die Versorgung von Patienten mit Ulcus cruris spezialisiert und werden von speziell in Wundversorgung geschulten Pflegefachkräften geleitet. Wesentliche Bestandteile der Therapie sind Behandlungsstandards (Doppleruntersuchung und Kompressionstherapie) und Schulungen der Mitarbeiter. Wegen der mangelnden Qualität der Studien können kaum kausale Zusammenhänge zwischen den Wundzentren und ihrer Effektivität und Effizienz gemacht werden. Es gibt Hinweise, dass Heilungsraten zunehmen und Behandlungskosten sinken. Fraglich ist jedoch, welche Rolle die einzelnen Angebotskomponenten (z. B. Standards, Schulung) hinsichtlich der erreichten Heilungsraten, Rezidivquoten, Lebensqualität und Kosten spielen. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass pflegegeleitete spezialisierte Wundkliniken mit Therapiestandards, kontinuierlichen Schulungen der Mitarbeiter und einer optimierten Zusammenarbeit zwischen den Sektoren positive Auswirkungen auf die Versorgung von Patienten mit Unterschenkelgeschwüren haben.
Autor/in/nen
Eva-Maria Panfil, Frank Schümmelfeder, ,
Abstract
The current medical care of patients with chronic wounds managed by physicians is complained to be insufficient. The nursing staff asks for more responsibility concerning wound care. Thus, the present work examines how leg ulcer clinics managed by nursing care are structured and organised and how effective and efficient they are operating. The leg ulcer clinics have been founded in England since the 1990s. These centres specialise on the care for patients with Ulcus cruris and are managed by nursing staff specially trained for wound care. Essential elements of therapy are treatment standards (Doppler examination and compression therapy) and staff training. The insufficient quality of studies leaves makes it impossible to establish causal relationships between the wound centres and their effectivity and efficiency. There is evidence that healing rates increase while treatment costs decrease. However, the role of the individual components at offer (e.g. standards, training) in respect to the achieved healing rates, relapse quota, quality of life, and costs is debatable. As a summary it can be established that specialised wound centres managed by nursing care with therapy standards, continuing training of staff, and an optimised cooperation between the sectors can have positive effects on the care for patients with leg ulcers.
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