Jan 23, 2019 Last Updated 5:45 PM, Jan 20, 2019

Forschungswelten 2019

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Maßnahmen gegen den Pflegenotstand

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  • Robert Bosch Stiftung veröffentlicht Manifest „Mit Eliten pflegen“ im Vorfeld des Deutschen Pflegetags
  • Präsident des Deutschen Pflegerats fordert in Berlin bessere Karrierechancen für Pflegekräfte
  • Weitere Schritte zur Stärkung der Pflege: u.a. Übernahme von hausärztlichen Routineaufgaben im ländlichen Raum und mehr professionelle Autonomie

Berlin, 1. März 2018 – Das „Sofortprogramm Pflege“ im Koalitionsvertrag von Union und SPD reicht nach Meinung einer von der Robert Bosch Stiftung GmbH einberufenen Expertengruppe nicht aus, um den Pflegenotstand abzuwenden. Um genügend Fachpersonal für die Pflege zu gewinnen, müsse der Beruf insgesamt attraktiver werden und bessere Karrierechancen bieten. Dies könne nur gelingen, wenn der Pflege mehr und auch neue Verantwortung übertragen werde, beispielsweise durch die geregelte Übernahme von ärztlichen Aufgaben der Primärversorgung im ländlichen Raum und mehr professioneller Autonomie bei allen Interventionen, die pflegerische Fachexpertise verlangen. Für das Manifest „Mit Eliten pflegen“, das heute in Berlin vorgestellt wurde, hat die 40 köpfige Expertenrunde eine Reihe weiterer Forderungen erarbeitet, die zeigen, wie die Pflege sich weiterentwickeln muss und welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind.
„Wir brauchen dringend attraktivere Karrierewege in der Pflege. Dazu müssen wir das gesellschaftliche Bild der professionellen Pflege ändern, das im Moment häufig darin besteht, gebrechliche Menschen umzulagern und Essen zu reichen“, sagt Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats und Mitglied der Expertengruppe der Robert Bosch Stiftung. In den vergangenen Jahrzehnten sei das Umfeld von medizinischer Behandlung und Versorgung bei Pflegebedürftigkeit erheblich komplexer geworden. Hinzu komme, dass der Bedarf an pflegerischer Leistung in den kommenden Jahren rasant ansteigen werde. Die Versorgungsqualität hänge daher vor allem von der personellen Aufstellung in der professionellen Pflege und deren Qualifikation ab. „Deutschland benötigt nicht nur mehr Fachpersonal in der professionellen Pflege, sondern auch deutlich mehr akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen in der direkten Versorgung“, so Wagner. Bereits 2012 habe der Wissenschaftsrat deshalb eine Akademisierungsquote für die Pflege von 10-20 % empfohlen. Davon sei Deutschland aktuell weit entfernt.


Professionelle Pflege soll mehr Verantwortung übernehmen

Eine zentrale Forderung der Experten: Pflegefachpersonen soll die Verantwortung übertragen werden, die ihrer Qualifikation als Fachpersonal entspricht. Vor allem die professionelle Pflege könne einschätzen, was pflegebedürftige Menschen zur Bewältigung ihrer Situation benötigen. Sie müsse daher auch befugt sein, Versorgungsbedarf festzusetzen und Maßnahmen der häuslichen Krankenpflege festzulegen. Darüber hinaus empfehlen die Experten, Beratungsleistungen im allgemeinen Leistungskatalog der Pflege zu ergänzen. Das helfe vor allem älteren Menschen und chronisch Kranken, die häufig überfordert seien, wenn es darum gehe die vorhandenen Leistungsangebote zu überblicken, mit den Anforderungen der Therapie zurecht zu kommen oder an die nächste Grippeimpfung zu denken. Ein weiterer Vorschlag betrifft die Sicherung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Dort könne eine Pflegefachperson hausärztliche Routineaufgaben übernehmen, beispielsweise die Versorgung von Bagatellerkrankungen und die medizinische Basisversorgung bei Menschen mit chronischen Erkrankungen. Dies sei in vielen Ländern längst üblich.
„Es ist an der Zeit, dass Deutschland auch in der Pflege zu internationalen Standards aufschließt. Gerade was die Akademisierung anbetrifft, liegen wir weit hinter vielen Ländern zurück“, sagt Uta-Micaela Dürig, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung. Sogar in Großbritannien, dessen National Health Service oft als Negativbeispiel herhalten müsse, sei die Situation in dieser Hinsicht deutlich besser. Speziell ausgebildete Pflegefachpersonen, sogenannte Clinical Nurse Specialists, betreuen dort ihre Patienten weitgehend selbständig und rufen den Arzt erst hinzu, wenn sich der Zustand verschlechtert. „Das Manifest soll aufzeigen, welche Voraussetzungen Spitzenpflege braucht und warum dringend mehr akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen in allen Bereichen der Versorgung notwendig sind. Wir hoffen, dass diese Botschaft gehört wird und die entscheidenden Personen zum Umdenken und zum Handeln anregt.“


360° Pflege – In der Praxis erprobte Lösungsansätze für die Pflegebranche

Für das Manifest „Mit Eliten pflegen“ hat die Robert Bosch Stiftung 40 Experten zusammengebracht. Dazu gehören Praktiker am Patientenbett oder mit Personalverantwortung, Pflegewissenschaftler, Ärzte, die das Thema mit interprofessionellem Blick bewerten und Vertreter der Branche wie Franz Wagner, der Präsident des Deutschen Pflegerats. Auf Einladung der Stiftung haben sie zuvor über zwei Jahre in einem Praxisprojekt mit dem Titel „360° Pflege - Qualifikationsmix für den Patienten“ an Lösungen und Strategien gearbeitet, wie die Zusammenarbeit von Pflegefachpersonen mit unterschiedlichen Ausbildungen im Team besser gelingen und die Pflege durch neue Karrieremöglichkeiten attraktiver werden kann.
Der Titel des Manifests „Mit Eliten pflegen“ knüpft an die im Jahr 1992 erschienene Denkschrift „Pflege braucht Eliten“ der Robert Bosch Stiftung an. „Pflege braucht Eliten“ war die Antwort auf den Pflegenotstand Anfang der 1990er Jahre. Der Pflegeberuf sollte durch Akademisierung wettbewerbsfähig, im internationalen Vergleich anschlussfähig und auf die Herausforderungen des demografischen Wandels vorbereitet werden. „Pflege braucht Eliten“ gab den Anstoß für die Einrichtung einer Vielzahl von Pflegestudiengängen, insbesondere im Bereich Pflegemanagement und Pflegebildung.


Das Manifest "Mit Eliten pflegen" finden Sie in der Anlage oder online unter
www.bosch-stiftung.de/pflegemanifest


Über die Robert Bosch Stiftung

Die Robert Bosch Stiftung GmbH gehört zu den großen, unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. In ihrer gemeinnützigen Arbeit greift sie gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und erarbeitet exemplarische Lösungen. Dazu entwickelt sie eigene Projekte und führt sie durch. Außerdem fördert sie Initiativen Dritter, die zu ihren Zielen passen.
Die Robert Bosch Stiftung ist auf den Gebieten Gesundheit, Wissenschaft, Gesellschaft, Bildung und Völkerverständigung tätig. In den kommenden Jahren wird sie darüber hinaus ihre Aktivitäten verstärkt auf drei Schwerpunkte ausrichten:


- Migration, Integration und Teilhabe
- Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland und Europa
- Zukunftsfähige Lebensräume


Die Robert Bosch Stiftung bekennt sich zu den Werten und dem Vorbild ihres Stifters, Robert Bosch, und setzt dessen philanthropisches Wirken fort. Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung verfügt sie in ihren Fördergebieten über ein breites Wissen, die Qualifikation zur Entwicklung von Lösungen und ein umfangreiches Netzwerk von Partnern, Experten und Praktikern.
Die Robert Bosch Stiftung ist alleinige Trägerin des Robert Bosch Krankenhauses und der zugehörigen Forschungsinstitute in Stuttgart, Institut für Geschichte der Medizin (IGM) und Dr. Margarethe Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP), sowie des International Alumni Center (iac) in Berlin. Sie ist Gesellschafterin des UWC Robert Bosch Colleges in Freiburg und der Deutschen Schulakademie in Berlin. Die Robert Bosch Stiftung hält rund 92 Prozent der Geschäftsanteile an der Robert Bosch GmbH und finanziert sich aus den Dividenden, die sie aus dieser Beteiligung erhält. Seit ihrer Gründung 1964 hat die Robert Bosch Stiftung mehr als 1,4 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit ausgegeben.

www.bosch-stiftung.de


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