Triage mit dem „Emergency Severity Index“ auf einer Notfallstation Eine qualitative Evaluation

Die interdisziplinäre Notfallstation des UniversitätsSpitals Zürich hat im November 2010 die Triage mit dem Emergency Severity Index (ESI) eingeführt. Anfang 2012 evaluierten wir das Triagekonzept mit einer qualitativen Studie. Ziel war, zu erfahren, wie Pflegende die ESI-Triage erleben, ob sich diese bewährt und welche Voraussetzungen für eine praxistaugliche Ersteinschätzung mit ESI notwendig sind. In vier Fokusgruppeninterviews befragten wir 17 Pflegefachpersonen. Die Resultate werteten wir mit der inhaltsanalytischen „Knowledge Mapping“-Methode aus. Es ergaben sich vier Hauptkategorien: 1. „Erleben des ESI Triageprozesses — Bedeutung, Veränderung und Bewertung“, 2. „Voraussetzungen für die ESI Einschätzung — fachliche und strukturelle Voraussetzungen“, 3. „Anwendung des ESI“ sowie 4. „Zusammenarbeit — intra- und interprofessionell“. Die Resultate zeigen, wie wichtig fachliche und strukturelle Voraussetzungen für das Funktionieren einer Triage sind. Als entscheidend erweisen sich vertieftes medizinisches Wissen und klinische Erfahrung, welche die Grundlage für „Intuition“ bildet. Bei Triage-Entscheidungen spielt „Intuition“ als „sechster Sinn“ eine wichtige Rolle. Es zeigt sich, dass Triagepflegende das ESI-System mit hohen Erwartungen verbinden, die über die formulierten Ziele hinausgehen.
Autor/in/nen
Thomas Unmüssig, Gertraud Haberkorn, Tobias Lehmann, Rebecca Spirig, 1 thomas.unmuessig@gmx.ch ,
Abstract
The University Hospital Zürich established triage with the Emergency Severity Index (ESI) on the multidisciplinary emergency ward in November 2010. This study was carried out as a first step of evaluation. The aim was to find out, how nurses experience the new triage system, if it has proved its worth and which requirements for a practical, applicable triage are necessary. 17 nurses took part in four focus group interviews. We analyzed the interviews by means of „Knowledge Mapping “ according to principles of qualitative content analysis. Four main categories became apparent: 1. „Experience of the ESI Triage - Meaning, Change and Evaluation“, 2. „Requirements for the ESI Triage - Structural and Professional“, 3. „Use of the ESI“, 4. „Cooperation - Intraprofessional and Interprofessional“. The results show the importance of medical knowledge and professional experience for a well-functioning triage. Experience is the basis for “intuition” as a “sixth sense” for decision making. The study revealed that nurses´ high expectations of the triage with ESI exceeded the aims of implementation.
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