Perspektiven der Informationstechnologie in der Pflege

Die Informationstechnologie hat längst in sämtliche Bereiche der Pflege Einzug gehalten. Allerdings liegt ihr Schwerpunkt nach wie vor auf der Unterstützung patientenferner Tätigkeiten. Bezüglich einiger inzwischen erfolgreicher Installationen, in denen die elektronische Pflegeprozessdokumentation einschließlich der Abbildung der Fieberkurve umgesetzt wurde, muss beachtet werden, dass sie zumeist mit einem sehr hohen Ressourceneinsatz einhergingen. Die zu lösenden Kernprobleme umfassender klinischer Informationssysteme betreffen weiterhin die Sicherstellung der Integration, eine angemessene Gestaltung der Benutzerinteraktion, eine ausreichende Prozessunterstützung sowie die adäquate Berücksichtigung soziotechnischer Gesichtspunkte. In ersten Krankenhäusern, die bereits über ein umfassendes klinisches Informationssystem verfügen, wird vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die Vermeidung von Fehlern in der Medizin auch im Pflegebereich mit computerunterstützten Erinnerungs- und Warnhinweisen (reminders, alerts) experimentiert. Der Nachweis ihrer Wirksamkeit in diesem speziellen Anwendungsgebiet (z.B. im Bereich der Dekubitusprophylaxe) steht allerdings noch aus und bedarf eines aufwändigen Studiendesigns.
Autor/in/nen
Egbert Opitz, ,
Abstract
Today, information technology is widely used in all areas of nursing. In Germany, however, it is most often still limited to the support of administrative tasks. Where hospitals have been successful in implementing the electronic documentation of the nursing process, including the documentation of vital signs, they typically had to invest a huge amount of resources. The central problems of comprehensive clinical information systems in urgent need to be solved, still are the provision of integration, an adequate design of human-computer interaction, the support of processes and socio-technical issues. In the course of the current debate about errors in medicine, some hospitals with already existing, well-elaborated information systems have begun to extend their functionality to computerised reminders and alerts in nursing. However, as far as pressure ulcer prevention is concerned, the proof of the efficacy of this kind of technology is still lacking. Its evaluation by an adequately sized, multi-centred randomised trial is strongly recommended.
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