Wissens- und Beratungsbedarf von Tumorpatienten zu Neben- wirkungen der Chemotherapie

Es gibt einen Zusammenhang von Information und Bewältigungskompetenz für viele Bereiche der Krankheitsverarbeitung. Daher wird die Frage gestellt, ob das Fehlen von Wissen eine zusätzliche Beeinträchtigung während einer Chemotherapie darstellt, da es mögliches Selbstpflegeverhalten der Patienten stark einschränkt. Am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München wurde ein Fragebogen zur Beeinträchtigung durch Nebenwirkungen, zum Informationsbedürfnis und vorhandenen Wissen im Umgang mit Nebenwirkungen der Chemotherapie entwickelt. In der anschließenden Patientenbefragung wurden 100 Tumorpatienten bezüglich einer Pflegediagnose Wissensdefizit untersucht.
Autor/in/nen
Helle Dokken, Jörg Stukenkemper, Birgit Huber, Anette Thoke-Colberg, : Anette Thoke-Colberg Pflegedirektorin Klinikum rechts der Isar, TU München Ismaninger Straße 22 D-81675 München a.thoke-colberg@lrz.tum.de www.pflege.med.tumuenchen.de Von Nebenwirkungen durch die Chemotherapie sind 90% der Befragten betroffen. Die stärkste Beeinträchtigung entsteht durch Müdigkeit und Haarausfall. Auffällig ist eine starke Korrelation der Nebenwirkung Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit mit Müdigkeit. Am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München wurde ein Fragebogen zur Beeinträchtigung durch Nebenwirkungen, zum Informationsbedürfnis und vorhandenen Wissen im Umgang mit Nebenwirkungen der Chemotherapie entwickelt. In der anschließenden Patientenbefragung wurden 100 Tumorpatienten bezüglich einer Pflegediagnose Wissensdefizit untersucht. Es besteht großer Bedarf an Information über die Chemotherapie und damit verbundene Nebenwirkungen von fast allen Patienten. Vorhandenes Wissen über Chemotherapie wird dagegen eher gering eingeschätzt. Bevorzugte Informationsquellen sind Pflegepersonal und Ärzte gleichermaßen. Dem hohen Informationsbedürfnis wird jedoch nicht durch gezieltes Nachfragen Rechnung getragen. Die Befragung belegt, dass Wissensdefizit eine ernstzunehmende Pflegediagnose für Tumorpatienten darstellt. Durch die Bestätigung eines Bedarfs werden pflegerische Interventionen zur Information, Beratung, Anleitung und Training der Patienten erforderlich. Die vorliegende Studie stellt eine Basis für eine weiterführende Patienten-Edukation im Sinne des neuen deutschen Krankenpflegegesetzes dar. Danksagung 1. Einleitung Wir danken Frau Prof. Dr. Landenberger, MartinLuther-Universität HalleWittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaften, für die Unterstützung bei der Entwicklung des Fragebogens. Die Behandlung von onkologischen Erkrankungen durch Chemotherapie kann mit einer Vielzahl an Nebenwirkungen verbunden sein. Vor allem Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie der damit verbundene Gewichtsverlust stellen eine große Belastung für die Chemotherapiepatienten dar (Abenhardt, Bosse, Hentrich et al. 2001). Das Fehlen von relevanter und individueller Information über Gesundheitszustand, Therapie und Nebenwirkungen, Prognose sowie Möglichkeiten der Pflege ist neben den physischen Belastungen ein oft geäußertes Patientenproblem (Ästedt-Kurki & Häggman-Laitila, 1992; Ravens-Sieberer & Cieza, 2000; Schmid Büchi, 2001). In der Taxonomie der North American Nurses Diagnoses Association NANDA wird dieser Mangel durch die Pflegediagnose ?Wissensdefizit? beschrieben (Doenges, Moorhouse & Geissler-Murr, 2002, S. 880): Schlüsselwörter Ein Fehlen oder Mangel an kognitiven Informationen zu einem bestimmten Thema (Mangel an spezifischen Informationen, die für den Patienten oder seine Angehörigen notwendig sind, um sinnvolle Entscheidungen im Zusammenhang mit Gesundheitszustand/Therapie/ Veränderungen der Lebensweise zu treffen). Wissensdefizit Pflegediagnose Nebenwirk,
Abstract
Information is often related to coping strategies in many areas of disease management. Missing knowledge has been hypothesised to be an additional impairment in managing side effects during chemotherapy, since it appears to be a limit to possible self-care activities on side of the patients. A questionnaire on impairment through side effects, need for information and received information on dealing with side effects of chemotherapy was developed at the Clinical Cancer Centre of the Technical University Munich, Germany. Subsequently, 100 cancer patients were questioned regarding the nursing diagnosis of knowledge deficit.
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