Oct 18, 2018 Last Updated 8:30 AM, Oct 17, 2018

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Lernwelten 2018

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Hametner Demenz
 
Hametner Ingrid
100 Fragen zum Umgang mit Menschen mit Demenz
Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover, 2018, 4. akt. Aufl., 135 S., 19,95 €, ISBN-13: 9783899939613

Der Umgang mit Demenzkranken ist aufgrund recht kontroverser Positionen in der fachlichen Diskussion seit vielen Jahren regelrecht ein Dauerthema, denn es sind bisher keine allgemeinverbindlichen Lösungsstrategien im Sinne einer Verflechtung von Theorie und Praxis gefunden worden. Vor diesem Hintergrund unternimmt die Autorin, eine Krankenschwester und Diplom-Pädagogin, die überwiegend in der Fortbildung tätig ist, den Versuch, mittels Erläuterung vieler Teilaspekte dieses Themenbereiches einen Überblick zu geben.  

Die 100 „Fragen“ mit kurzen Erläuterungen meist im Umfang einer Seite sind in neun Abschnitte untergliedert.
• Abschnitt 1 (Was ist eine Demenz) enthält die wesentlichen Grundlagen über Demenzen (u. a. Krankheitsverlauf, Demenzformen und Diagnostik).
• Abschnitt 2 (Demenzielle Veränderungen) beschreibt u. a. Krankheitssymptome, die durch die Demenz verursachte Pflegebedürftigkeit, Versorgungsleistungen der Pflegeversicherung und Beurteilungsinstrumente (Global Deterioration Scale nach Reisberg, Mini-Mental-State-Examination).
• Abschnitt 3 (Der Herausforderung Demenz begegnen) erläutert vorrangig neben den Bedürfnissen der Erkrankten die in Deutschland geläufigen Pflege- und Betreuungskonzepte (Kitwood, Validation nach Naomi Feil, integrative Validation nach Nicole Richards und basale Stimulation).
• Im Abschnitt 4 (Wege der Verständigung) werden die Fragen der angemessenen Kommunikation mit Demenzkranken dargestellt (u. a. die Formen der Gesprächsführung nach Rogers).
• Abschnitt 5 (Biografie als Schlüssel der Verständigung) befasst sich mit den vielen Aspekten der Biografieorientierung in der Pflege und Betreuung.
• In Abschnitt 6 (Die Würde des Menschen in unantastbar) stehen vorrangig rechtliche Fragen wie die Entscheidungs- und Geschäftsfähigkeit und das Betreuungsverhältnis im Mittelpunkt.
• Abschnitt 7 (Der milieutherapeutische Ansatz) thematisiert die verschiedenen Facetten der Betreuung und Anregung Demenzkranker im fortgeschrittenen Stadium.
• In Abschnitt 8 (Schwierige Situationen und entlastende Hilfen) geht es um die Schmerzerkennung, Weglauftendenzen und Fragen der Überforderung der Mitarbeiter in Gestalt von „Burnout“.
• Abschnitt 9 (Gesundheit – Welche Beachtung gebe ich meiner Gesundheit?) befasst sich mit dem Belastungserleben der Mitarbeiter und den entsprechenden Bewältigungsstrategien.

„Dieses Buch legt das Fundament, auf dem sich der Umgang mit demenziell erkrankten Menschen gestalten lässt.“ (Klappentext). Der Rezensent kann dieser Einschätzung nicht folgen. Im Gegenteil, es werden diverse Modelle und Konzepte ohne Wirksamkeitsnachweise (u. a. Kitwood, Validation und basale Stimulation) angeführt, und es fehlt wesentliches Fachwissen über den Umgang mit Desorientierungsphänomenen, Halluzinationen und Verhaltenszwängen. Somit kann keine Empfehlung zur Lektüre dieser Publikation gegeben werden.

Eine Rezension von Sven Lind

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