Feb 17, 2019 Last Updated 7:54 AM, Feb 15, 2019

Forschungswelten 2019

Save-the-date: Forschungswelten 2019! Vom 4.-5. April 2019 findet an der Hochsc...

Die Bundespflegekammer

Bundespflegekammer
 
Jendrsczok, U. und M. Raiß
Die Bundespflegekammer
Mehr Autonomie – mehr Anerkennung: Warum eine Selbstverwaltung für Pflegende so wichtig ist
Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover, 2017, 143 S., 29,95 €, ISBN 978-3-89993-384-0
 
 
Nach der Gründung der ersten bundesdeutschen Pflegekammer in Rheinland-Pfalz sowie dem Beginn von Gründungs- und Abstimmungsprozessen in anderen Bundesländern stellt sich der Kammer-Bewegung die Frage nach einer gemeinsamen Spitzenorganisation auf Bundesebene. Das Buch stellt Gründe, Ziele, Aufgaben und den möglichen Aufbau einer Bundespflegekammer dar. Es wurde von zwei Mitarbeiterinnen der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz verfasst: Ursula Jendrsczok ist Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, studierte Pflegemanagement (B.Sc.) sowie Health Care Management (M.Sc.), hat den Gründungsprozess der Landespflegekammer als Geschäftsstellen-Mitarbeiterin begleitet und sich in ihrer Masterarbeit wissenschaftlich mit dem Professionalisierungsprozess der Pflegeberufe in Deutschland befasst. Derzeit ist sie in der Geschäftsstelle der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz tätig. Manuela Raiß, Altenpflegerin, Dipl.-Pflegemanagerin (FH) und Absolventin eines pflegewissenschaftlichen Masterstudiums (M.Sc.N.) gestaltet in der Geschäftsstelle der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz den Aufbau mit.
Das Werk mit Vorworten von Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz und Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates e.V., ist aus der Kammer-Bewegung heraus entstanden. Die Abhandlung geht von der Etablierung der ersten Pflegekammer als einem historischen Einschnitt in der deutschen Pflege-Berufsgeschichte aus und will aufzeigen, wie Pflegekammern zur Professionalisierung der Pflege beitragen und die pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen können (S. 16-18).
 
 
Nach den Vorworten (S. 8-13) und einer Kurzfassung des Inhaltes (S. 14 f.) folgen acht Kapitel, ein differenziert gegliedertes Quellen- und Literaturverzeichnis (S. 129-139) sowie ein Abkürzungsverzeichnis (S. 140 f.) und ein Stichwortregister (S. 142 f.).
 
 
Die Einführung (S. 16-19) legt Relevanz und Ziele der Abhandlung offen und gibt einen Überblick über die einzelnen Kapitel. S. 20-36 wird der Prozess der Professionalisierung des Pflegeberufes anhand der Ist-Situation und der Rahmenbedingungen der pflegerischen Leistungserbringung dargestellt; diesen werden die Professions-Kriterien (Handlungsmonopol, berufliche Autonomie, akademische Ausbildung, eigenes Disziplinarrecht, Anerkennung und Prestige, Delegationsrecht, Handeln im Sinne des öffentlichen Wohls, spezialisiertes Wissen, Berufsethik, Selbstverwaltung und Berufsorganisation [S. 31]) gegenübergestellt.
 
 
Unter der Überschrift „Gemeinsam autonom handeln – Das Prinzip der Selbstverwaltung“ (S. 37-85) kommen sowohl die Prinzipien der beruflichen Selbstverwaltung als auch der Entwicklungsbedarf der professionellen Pflege in den Bereichen Berufsrecht, Autonomie, Anerkennung und Prestige, Handlungsmonopol, spezialisiertes Wissen, Akademisierung und Berufsethik, Berufsorganisation und Selbstverwaltung zur Sprache. Rechtliche Grundlagen, Aufbau, Ziele und Aufgaben der Landespflegekammern sowie der Entwicklungsstand in den einzelnen Bundesländern werden Stand 1. Oktober 2016 überblicksweise aufgezeigt. Dabei zeigen sich eine große Ungleichzeitigkeit und strukturelle Differenzierungen in den einzelnen Bundesländern: Während in Rheinland-Pfalz bereits eine Pflegekammer ihre Arbeit aufgenommen hat und in Schleswig-Holstein sowie in Niedersachsen die gesetzgeberischen Weichen dafür gestellt sind, gehen einige Bundesländer Sonderwege (z.B. Bayern mit einer „Vereinigung der bayerischen Pflege“ oder Bremen, Hamburg und das Saarland mit Berufsgesetzen und Arbeitnehmerkammern). In der Mehrzahl der Bundesländer befinden sich Landespflegekammern noch im politischen Entscheidungsprozess. Insgesamt fällt auf, dass trotz der Unterstützung durch Berufsverbände den Befürwortern vielerorts zahlenmäßig erhebliche pflegekammerkritische Minderheiten gegenüberstehen (S. 72-85).
 
 
In den Seiten 86-96 werden die bereits bestehenden Bundeskammern der Heilberufe (Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer, Bundespsychotherapeutenkammer, Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sowie Bundestierärztekammer) hinsichtlich ihrer satzungsmäßigen Aufgaben und ihrer Organisationsstruktur vorgestellt.
Anschließend wird eine Bundespflegekammer im Hinblick auf Ziele und Aufgaben, Rechtsform, Organen und Regelwerken entworfen (S. 97-109). Eine Darstellung der Gründungsvoraussetzungen einer Bundespflegekammer einschließlich einer Mustersatzung und eines Organigramm-Entwurfes (S. 110-116), eine Zusammenfassung (S. 117) sowie ein „Ausblick“ auf Chancen und Risiken für Pflegeberuf, Pflegeempfänger und Gesellschaft (S. 120-128) runden das Buch ab.
 
 
Das auch in elektronischer Form erhältliche, übersichtlich und grafisch hochwertig gestaltete Büchlein stellt sich insgesamt als überzeugtes, teilweise euphorisch vorgetragenes Plädoyer für Pflegekammern im Allgemeinen sowie für eine Bundespflegekammer im Besonderen dar: Es steht laut Untertitel unter der Prämisse „mehr Autonomie – mehr Anerkennung“ und will beantworten, „warum eine Selbstverwaltung für Pflegende so wichtig ist“. In diesem Sinne kann es als berufspolitischer Beitrag aus der Befürworterperspektive gelten und ist als solcher zu würdigen. Dass dabei sowohl mögliche Gegenentwürfe und Gegenargumente als auch eine kritische Auseinandersetzung mit der empirischen Belegbarkeit angeführter Argumentationen und dem realen Rückhalt der Kammerbewegung bei der Basis der Pflegenden zu kurz kommen (z.B. S 120-128), ist insofern erklärlich.
 
 
Aus Sicht der Pflegekammer-Befürworter ist es konsequent und legitim, eine schnelle Errichtung einer Bundespflegekammer zu betreiben und von daher eine Rückwirkung auf alle Bundesländer zu erwarten (vgl. S. 119). Um eine Zersplitterung der nach ihrem sozialen Status bislang relativ egalitären Berufsgruppe zu vermeiden, sollten der Dialog zu den Kritikern nicht abgebrochen sowie nach ggf. länderspezifischen Lösungen gesucht bzw. diese zu integrieren versucht werden. Das energische Plädoyer für eine Bundespflegekammer mag insbesondere den Kritikerinnen und Kritikern aus der Arbeitnehmerschaft – welcher immerhin die weit überwiegende Mehrheit der Pflegenden zuzurechnen ist - Anlass sein, Modelle einer solidarischen, die Realitäten des Pflegeberufes und ihrer Beschäftigten ernstnehmenden Selbstorganisation deutlicher zu artikulieren und in die noch immer offene berufs- und gesellschaftspolitische Debatte einzubringen.
 
 
Reszension von Dipl.-Theol. Andrea Windisch B.Sc.

Aus der Redaktion

muench stiftung
Januar 30, 2019

PinaL-Studie: „Pflege in anderen Ländern – Vom Ausland lernen?“

in Nachrichten by Andreas Lauterbach
PinaL-Studie: „Pflege in anderen Ländern – Vom Ausland lernen?“ Mehr Investitionen in Aus- und Weiterbildung, erweiterte Verantwortungsbereiche jenseits von Delegation sowie Stärkung der Selbstorganisation sind Schlüsselfaktoren für Attraktivität des…
logo social 460
Januar 29, 2019

Enquete-Kommission zur Qualität der Pflege in Sachsen legt Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen vor

in Nachrichten by Andreas Lauterbach
Die Enquete-Kommission „Sicherstellung der Versorgung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege älterer Menschen im Freistaat Sachsen“ hat ihre Arbeit nach drei Jahren fertiggestellt. In 21 Sitzungen hörte das parlamentarische Gremium 70…
kammer facebook
Januar 25, 2019

Der schwierige Weg zur Pflegekammer

in Nachrichten by Andreas Lauterbach
Nicht nur in den sozialen Medien schlagen derzeit die Wogen im das für und Wider zu Landespflegekammern in Deutschland hohe Wogen. Ihren vorläufigen Höhepunkt hat die Diskussion im Januar durch eine Online-Petition erreicht, bei der mehr als 40.000 Pflegende…
csm Logo Pflegewettbewerb 5305c5f4b5
Januar 15, 2019

Deutschlands beliebteste Pflegeprofis 2019: Der PKV-Wettbewerb startet in eine neue Runde

in Nachrichten by Andreas Lauterbach
Den „stillen Helden“ der Pflege ein Gesicht geben: Vom 15. Januar bis zum 30. April 2019 können Patienten und deren Angehörige ihre Favoriten für die Wahl zu „Deutschlands beliebtesten Pflegeprofis“ vorschlagen. Auch Kolleginnen und Kollegen dürfen auf der…
dn versorgungsforschung
Januar 14, 2019

Teilnahme an einer Umfrage zur Erhebung der Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Versorgungsforschung

in Nachrichten by Andreas Lauterbach
Die AG Nachwuchsförderung des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF), lädt alle Nachwuchswissenschaftler*innen herzlich zur Teilnahme an einer Umfrage zur Erhebung der Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Versorgungsforschung ein.Die…

Forschung

Ausschreibung: Lohfert-Preis 2019

25. Jan 2019 240
Banner LP2019 Seite2 gr
Mehr Zeit für den Patienten – digitale Konzepte zur Entlastung der PflegeDer…

Dachverband Clowns in Medizin und Pflege Deutschland e.V. freut sich über finanzielle Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit

20. Nov 2018 352
IMG 2124
Der Dachverband Clowns in Medizin und Pflege Deutschland e.V. freut sich über finanzielle…

Christoph Lohfert Stiftung lobt Lohfert-Preis 2019 aus

12. Nov 2018 436
image002
Mehr Zeit für den Patienten – digitale Konzepte zur Entlastung der Pflege: So lautet das…

Ausschreibung der Robert Bosch Stiftung: 360° Pflege – Qualifikationsmix für den Patienten – in der Praxis

09. Okt 2018 1011
ausschreibung bosch
360° Pflege – Qualifikationsmix für den Patienten – in der Praxis Worum geht es? Wer…

Pressespiegel

  • SP
    Januar 20, 2019 Pressespiegel Paul Werner Schreiner

    Die Schwester/Der Pfleger 1-2019

    Das Januar-Heft 2019 von Die Schwester/Der Pfleger startet mit zwei Interviews – zum einen zum 40-jährigen Jubiläum des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe und zum anderen zum Pflegepersonal-Stärkungsgesetz. Es schließe sich kritische Ausführungen zu…
  • DKZ
    Januar 20, 2019 Pressespiegel Paul Werner Schreiner

    Pflegezeitschrift 1 und 2-2019

    Im ersten Heft 2019 der Pflegezeitschrift wird zu Beginn dargestellt, dass im Pflegeberufegesetz erstmals bestimmte berufliche Tätigkeiten denjenigen Personen rechtswirksam vorbehalten sind, die nach diesem Gesetz ausgebildet und anerkannt werden und, welche…
  • Mabuse
    Januar 20, 2019 Pressespiegel Paul Werner Schreiner

    Dr. med. Mabuse 237

    Das Heft 237 von Dr. med. Mabuse startet mit einem kritischen Kommentar zur Streichung pflegerischer Therapieeinheiten in der Psychiatrie im Operationen- und Prozedurenschlüssel-Katalog 2019 durch das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und…
  • Heilberufe
    Januar 20, 2019 Pressespiegel Paul Werner Schreiner

    Heilberufe 1-2019

    Das Januar-Heft 2019 von Heilberufe enthält zwei PflegeKollegs zu folgenden Themen:• Dyslipidämien• Pflege Recht (Anerkennungsverfahren für Pflegefachkräfte aus dem Ausland, Vorbehaltstätigkeiten für Pflegende).In weiteren Beitrag wird ein Psychoonkologisches…
  • Altenpflege page 001
    Januar 20, 2019 Pressespiegel Paul Werner Schreiner

    Altenpflege 1-2019

    Das Januar-Heft 2019 der Altenpflege startet mit einem Pro- und Contra-Artikel zur Frage, ob Menschen, die in der altenpflege arbeiten wollen, sich für die generalistische Ausbildung entscheiden sollten. Im Schwerpunkt wird das Verfahren zur Qualitätserhebung…
  • KKS
    Januar 20, 2019 Pressespiegel Paul Werner Schreiner

    Kinderkrankenschwester 1-2019

    Das Januar-Heft 2019 der Kinderkrankenschwester startet mit Informationen zur Weiterbildung für Pflegekräfte zum Thema „Kinderschutz“. Im Anschluss daran wird die Frage erörtert, ob Händewaschen eine sinnvolle Maßnahme zur Influenza-Prävention ist. Im…
  • intensiv
    Januar 20, 2019 Pressespiegel Paul Werner Schreiner

    Intensiv 1-2019

    Im ersten Beitrag des Hefts 1/2019 von Intensiv werden die Ergebnisse von zwei Untersuchungen zum Thema „Pflegevisite“ zusammengefasst – zum Stand der Literatur und zur Frage, weshalb auf der Intensivstation und in der Anästhesie eine Pflegevisite…
  • PflegeRecht0001
    Januar 20, 2019 Pressespiegel Paul Werner Schreiner

    PflegeRecht 1-2019

    Im ersten Beitrag des Januar-Heftes 2019 von PflegeRecht werden die rechtlichen Rahmenbedingungen und multikulturelle Ansätze zur Vereinbarkeit von Religion und Beruf in Krankenhaus und Pflegeeinrichtungen dargelegt.Im Weiteren werden aktuelle Urteile zu…

Postcards