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„Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz“: Expertenteam fordert eine umfassende Strategie zur Stärkung der Gesundheitskompetenz in Deutschland

NAG2„Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz“: Expertenteam fordert eine umfassende Strategie zur Stärkung der Gesundheitskompetenz in Deutschland


Laut einer deutschlandweiten, repräsentativen Studie hat jede/r Zweite eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz: Es fällt diesen Menschen schwer, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen und angemessen damit umzugehen. Um diese Situation zu verbessern, hat ein Expertenteam aus Wissenschaft und Praxis einen „Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ entwickelt. Der Plan wurde herausgegeben von Doris Schaeffer und Ullrich Bauer von der Universität Bielefeld, Klaus Hurrelmann von der Hertie School of Governance sowie Kai Kolpatzik vom AOK-Bundesverband und umfasst 15 konkrete Empfehlungen. Bundesgesundheitsminister Gröhe nahm den Plan am 19. Februar 2018 in Berlin während eines Fachsymposiums entgegen und unterstrich dessen Bedeutung als Leitfaden, mit dem in Deutschland viel bewegt werden kann, um die Gesundheitskompetenz zu verbessern.

Was ist Gesundheitskompetenz?

Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland steht vor Problemen, wenn es darum geht, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und zu nutzen. Das erschwert es diesen Menschen, im Alltag Entscheidungen zu treffen, die für die Erhaltung und Förderung der Gesundheit oder den Umgang mit Krankheit förderlich sind. Rechnet man Untersuchungen aus anderen Ländern hoch, kostet fehlende Gesundheitskompetenz in Deutschland zwischen drei und fünf Prozent der Behandlungskosten, also rund zehn bis fünfzehn Milliarden Euro im Jahr. Die Ursache für geringe Gesundheitskompetenz ist nicht nur in den persönlichen Fähigkeiten des Einzelnen zu suchen. Gesundheitskompetenz wird auch entscheidend durch die Bedingungen, unter denen ein Mensch lebt, geprägt. So spielt es beispielsweise eine große Rolle, wie nutzerfreundlich und informativ das Gesundheitssystem gestaltet ist. Unzureichende Gesundheitskompetenz stellt also auch eine gesellschaftliche Herausforderung dar.

Warum ein Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz?

Um die Gesundheitskompetenz in Deutschland nachhaltig zu stärken, ist ein systematisches Vorgehen erforderlich. Bisher fehlte jedoch eine umfassende, deutschlandweite Strategie. Nach dem Vorbild anderer Länder wurde nun auch für Deutschland ein „Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ vorgelegt (online verfügbar unter www.nap-gesundheitskompetenz.de). Er wurde von einem fünfzehnköpfigen Expertenbeirat entwickelt und ausgiebig mit Repräsentanten aus Politik, Praxis und Gesellschaft konsentiert. Der Plan soll Akteure aus allen Bereichen der Gesellschaft, politische Entscheidungsträger, die im Gesundheitswesen Tätigen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände sowie zivilgesellschaftliche Organisationen zur Zusammenarbeit bewegen und darin unterstützen, sich in einer konzertierten Aktion für die Gesundheitskompetenz in Deutschland einzusetzen. Die Robert Bosch Stiftung und der AOK-Bundesverband haben die Entwicklung des Aktionsplans gefördert.

Wie kann Gesundheitskompetenz gefördert werden?

Der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz konzentriert sich auf vier Handlungsbereiche. In insgesamt 15 konkreten Empfehlungen wird erläutert, wie Gesundheitskompetenz gefördert werden kann.

  1. Die Gesundheitskompetenz in allen Lebenswelten fördern
    Mit Informationen zur Prävention und Gesundheitsförderung und zur gesundheitsgerechten Gestaltung der alltäglichen Lebenswelten umzugehen, fällt der Bevölkerung in Deutschland besonders schwer. Deshalb ist es wichtig, Menschen „vor Ort“, z.B. an der Arbeit, in der Schule, in der Kommune oder in den Medien, möglichst gute Bedingungen für den Zugang zu Gesundheitsinformationen und konkrete Anreize und Hilfen für gesundheitsförderliche Entscheidungen und Handlungen zu bieten.
  2. Das Gesundheitssystem nutzerfreundlich und gesundheitskompetent gestalten
    Das Gesundheitssystem spielt für die Förderung von Gesundheitskompetenz eine zentrale Rolle, stellt aber zugleich hohe Anforderungen an die Nutzer. Ziel ist es deshalb, darauf hinzuwirken, das Gesundheitssystem auf allen Ebenen nutzerfreundlich und gesundheitskompetent weiterzuentwickeln.
  3. Gesundheitskompetent mit chronischer Erkrankung leben
    Chronische Krankheiten haben weltweit an Bedeutung gewonnen. Immer ziehen sie zahlreiche körperliche, psychische und soziale Folgen nach sich und gehen mit zahlreichen Herausforderungen für die Erkrankten und ihr soziales Umfeld einher. Um sie bewältigen zu können, ist ausgeprägte Gesundheitskompetenz erforderlich.
  4. Gesundheitskompetenz systematisch erforschen
    Um die Gesundheitskompetenz in Deutschland zu verbessern, ist es notwendig, die Forschung auszubauen. Denn die Forschung zur Gesundheitskompetenz ist in Deutschland erst ansatzweise entwickelt. Für viele Aspekte und auch für eine wissenschaftlich fundierte Interventionsentwicklung zur Förderung von Gesundheitskompetenz fehlen noch ausreichende empirische Grundlagen.

In der Stärkung von Gesundheitskompetenz sollten darüber hinaus die folgenden fünf Prinzipien beachtet werden: soziale und gesundheitliche Ungleichheit verringern, individuelle und strukturelle Bedingungen verändern, Partizipation und Teilhabe ermöglichen, die Chancen der Digitalisierung nutzen und die Kooperation von Akteuren aus allen Bereichen der Gesellschaft herstellen.

Die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz hat begonnen

Mit einer Veranstaltung am Montag, den 19. Februar 2018 hat die Umsetzung des Plans begonnen. 250 hochrangige Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Praxis sowie Patienten und Bürger kamen zusammen, um die Inhalte des Plans zu diskutieren und zu überlegen, wie diese umfassende Strategie zur Stärkung der Gesundheitskompetenz umgesetzt werden kann. Bundesgesundheitsminister Gröhe betonte: „Mit dem Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz und der Allianz für Gesundheitskompetenz können wir gemeinsamen mit Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Krankenhäusern, Krankenkassen, Apotheken, den Selbsthilfe- und Verbraucherorganisationen, aber auch den Behörden von Bund und Ländern viel bewegen!“ Auch betonte er, dass eine Verpflichtung zur Stärkung der Gesundheitskompetenz in den Koalitionsvertrag von Union und SPD aufgenommen wurde. Doris Schaeffer, eine der Herausgeberinnen des Plans, hob hervor, dass die Forschung zu Gesundheitskompetenz nur langsam in Gang komme und weit im internationalen Vergleich hinterher hinke und forderte daher konkrete Unterstützung der Forschung zu Gesundheitskompetenz in Deutschland sowie ein entschiedenes Engagement in der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans.

Nähere Informationen erhalten Sie bei Dr. Heide Weishaar, Geschäftsstelle des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder unter www.nap-gesundheitskompetenz.de.

 

Autoren: Doris Schaeffer, Klaus Hurrelmann, Ullrich Bauer, Kai Kolpatzik, Heide Weishaar

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